Theaterpädagogik

Warum Theater

Die Sprache als Schlüssel zur Kultur liefert Zugang zu unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Ziel ist es unter anderem, die Dinge, die uns mit anderen Menschen verbinden, zu vergrößern.

Die Sprache ist dabei ein zentrales Element. Die Sprachkompetenz zu fördern muss darauf abzielen, Abstraktionsgrad und Reflexion zu ermöglichen. Eine vielseitiges und tiefgreifendes Mittel dafür ist die Theaterpädagogik. Für das Schuljahr 2020/2021 ist zunächst eine Kooperation mit dem Theater Hof angestrebt, die ein wesentlicher Bestandteil des Sprachförderungskonzepts unserer Schule darstellen soll. 

Wie kaum ein anderes Medium fordert und fördert das Theaterspiel Schlüsselqualifikationen wie etwa Teamarbeit, Selbstbewusstsein, Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Kreativität und Flexibilität. Diese überfachlichen Kompetenzen bilden für viele Schüler den Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn und fördern ein positives Arbeits- und Lernklima einer Klasse. Die theatrale Bildung kann einen wesentlichen Beitrag zu den zentralen Aufgaben schulischer Entwicklung leisten (Persönlichkeitsbildung, Autonomie, Teilhabe). 

Theaterklasse

Das Potential von Theaterklassen trifft dabei die wesentlichen Grundzüge, die mit der
Zielsetzung kompetenzorientierten Unterrichts verbunden werden. Dem Schulprofil kann mit einer Theaterklasse eine weitere Facette hinzugefügt werden, denn das theatrale Spiel wird damit ein substantieller Teil
des Unterrichts. Schüler finden ein Betätigungsfeld, in dem sie einer persönlichen Neigung folgen und im Klassenverband ein gemeinsames Projekt realisieren können. Das Theaterspiel ist für viele Heranwachsende eine Möglichkeit, sich auszuprobieren, sich herauszufordern und sich zu zeigen. Theater gelingt im Miteinander. Erfahrungen zeigen, dass gerade in der sensiblen Phase des Wechsels auf eine weiterführende Schule die gemeinsame Theaterarbeit von hohem pädagogischem Wert ist.

Einer Theaterklasse kommt durch ihren handlungs- und erfahrungsorientiertem Unterricht eine
fächerübergreifende Bedeutung zu.

Theater lernen

Potentiale

Ästhetischen Bildung, kulturellen Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung von Schülern haben, die sich, wie in jedem anderen Fach auch, für jeden Bereich weiter ausdifferenzieren lassen. Trotzdem lassen sich für das Fach Theater und die Anforderungen sowohl der produktiv-hervorbringenden als auch der rezeptiv-wahrnehmenden Komponente theatraler Situationen grundlegende Potentiale benennen.

Ästhetische Bildung

Im Theater lernen die Schüler, sich auf Theater einzulassen, Theater zu spielen, Theater zu gestalten, Theater zu sehen, Theater zu verstehen, über Theater zu reden und Theater zu bewerten. Die Bildungspotentiale des Theaters liegen in einer Form der künstlerischen Bildung. Diese  öffnet weitere Türen und hat bereits in sich eine Qualität in Hinblick auf die gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft.

Differenzerfahrungen

Zentrale Bedeutung im Theaterspiels hat dabei die performative, leibgebundene Erfahrung. Es geht dabei u. a. um Erfahrungen zwischen In-Erscheinung-Treten und Wahrgenommen-Werden. Im Theaterspielen schärfen die Kinder ihre Wahrnehmung.

Persönlichkeitsentwicklung

Das Theaterspiel wirkt auf die Schüler unmittelbar und ihre Erfahrungen sind eingebettet in lustvolle Erlebnisse und Freude am Ausprobieren sowie Experimentieren. In Präsentationen und öffentlichen Auftritten machen Schüler nachhaltige Erfahrungen, die die Wirkmächtigkeit des Theaters als Bildungsmittel greifbar werden lassen. Theater stärkt und bereichert die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler, damit sie den sich ständig wandelnden Herausforderungen in Arbeitswelt und Gesellschaft gewachsen sind.

Gemeinschaft

Der besondere Stellenwert von Theaterklassen zeigt sich auch in deren sozialer Dimension. Das Theater als soziale Kunstform bietet hier von den ersten Gruppenfindungsphasen bis hin zur gemeinsamen Aufführung zahlreiche Möglichkeiten, sich in der Begegnung mit anderen in einer Gemeinschaft zu erleben. Wichtige Eigenschaften wie Verlässlichkeit, Empathie, Selbstdisziplin und Kritikfähigkeit werden gestärkt. Das Theaterspiel erfordert auch den Willen zur Mitgestaltung und Mitverantwortung.

Probehandeln

Die Beschäftigung mit Theater bietet einzigartige Erfahrungsmöglichkeiten, in denen nicht nur über die Welt und das soziale Umfeld, sondern auch über sich selbst Überraschendes und Unerwartetes gelernt wird. Die Schüler erfahren sich dabei
als wahrnehmende und gestaltende Subjekte und sind zugleich Objekte ihrer Wahrnehmung und ihres Gestaltungswillens.
Theater bietet Heranwachsenden damit die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre individuellen künstlerischen Begabungen, Anlagen und Talente einzubringen und weiterzuentwickeln. 

“Die ganze Welt ist ein Theater”

William Shakespeare